Viola da gamba

Einführung

Das Land Sachsen-Anhalt ist reich an musikalischen Traditionen der Barockzeit. 

Für die damalige Fürstenresidenz Köthen, einer Kleinstadt auf halber Strecke zwischen Leipzig und Magdeburg, war die Verpflichtung Johann Sebastian Bachs als Hofkapellmeister durch Fürst Leopold von Anhalt-Köthen ein besonderer Glücksumstand.  

Dieser damaligen musikalischen Blütezeit der Anhalt-Köthener Hofmusik soll der Wettbewerb für Viola da gamba neben den traditionellen Köthener Bachfesttagen Rechnung tragen.

Während seiner Köthener Amtszeit als Hofkapellmeister von 1717 - 1723 schuf Johann Sebastian Bach bedeutende Werke. Ob seine drei Sonaten für Viola da gamba und Cembalo, BWV 1027-1029, ebenfalls in die Zeit seines Köthener Wirkens entstanden, ist nach heutiger Erkenntnis fraglich.

Der 1723 in Köthen geborene Karl Friedrich Abel, dessen Vater unter Johann Sebastian Bach Cellist und Gambist der Hofkapelle war, gehörte zu seiner Zeit zu den besten Interpreten auf der Viola da gamba. Eine Vielzahl von Werken für dieses Instrument aus seiner Feder zeugen noch heute von seiner Kunst. In London arbeitete er ab 1764 eng mit dem jüngsten Sohn Johann Sebastian Bachs, Johann Christian, in den berühmten „Bach-Abel-Concerts“ zusammen.

 

Karl Friedrich Abel als Gambenspieler, Karrikatur
mit Genehmigung der (ehem.) Musikbibliothek Peters Leipzig.

Das Schloss zu Köthen, die damalige Wirkungsstätte von Bach und Abel, dient als Austragungsort. Es bildet das kulturelle Zentrum der Kreisstadt Köthen. In ihm sind neben der Bachgedenkstätte mit dem Spiegelsaal und der Schlosskapelle, das Historische Museum für Mittelanhalt, das ornithologiegeschichtliche Naumann-Museum, die Prähistorische Schausammlung, das Archiv der Stadt Köthen sowie die Musikschule „Johann Sebastian Bach“ sowie das Veranstaltungszentrum „Johann-Sebastian-Bach-Saal“ und dem Café „Leopold“ beheimatet.

Der Hofkapellensaal im ehemaligen Marstall  

Der Schlossvorhof ist in den Jahren 2004 bis 2010 umfassend unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten ausgebaut und saniert worden. Derzeit befindet sich der klassizistische Spiegelsaal in einer umfangreichen Sanierungsphase, so dass er als Austragungsstätte dieses Wettbewerbs nicht dienen kann. Dafür steht für diesen Wettbewerb die barocke Schlosskapelle zur Verfügung. Die Proben der Teilnehmer werden in der 2010 neu ausgebauten Musikschule im Marstall des Schlosses stattfinden.

Mit diesem Wettbewerb präsentiert sich nunmehr zum sechsten Mal eine Tradition der Musikpflege in Sachsen-Anhalt, welche regelmäßig die besten Nachwuchsmusiker auf der Viola da gamba anzieht, um sich einer hochkarätigen Jury zu stellen.